Arbeitszimmer

Das Arbeitszimmer in der Einkommensteuererklärung

Das Arbeitszimmer in der Einkommensteuererklärung – Vorteil oder Ärgernis?

Während noch bis vor einigen Jahren das häusliche Arbeitszimmer ein beliebtes Modell für Arbeitnehmer war, dem Fiskus bei der Steuererklärung ein paar Euros zusätzlich heraus zu leiern, hat sich dies für die meisten mittlerweile leider erledigt. Denn der Fiskus ist nicht ganz so schwer von Begriff, wie manche glauben mögen und hat dieser dreisten Abzocke durch die gierigen Steuerzahler einen Riegel vorgeschoben.

Daher heißt es heute für die meisten:

Kein Arbeitszimmer in der Einkommensteuererklärung. Die Kosten dafür fallen nämlich unter das Abzugsverbot.

Aber es gibt, wie könnte es in Deutschland auch anders sein, wie immer auch hier die berühmte Ausnahme von der Regel. Und so können zwar nicht mehr alle, aber dennoch einige zumindest einen Teil der Kosten für Ihr häusliches Arbeitszimmer in der Steuererklärung geltend machen. Dabei unterscheidet der Fiskus zunächst einmal zwischen Arbeitnehmern und Selbständigen bzw. freiberuflich Tätigen.

Für Angestellte sieht es folgendermaßen aus:

Wenn der Arbeitgeber keinen Arbeitsplatz zur Verfügung stellt und sie zu Hause arbeiten müssen, dann dürfen Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer bis zu einer jährlichen Höchstgrenze von 1.250 Euro in der Einkommensteuererklärung als Werbungskosten geltend gemacht werden.Dafür bestimmt man einfach den Anteil des Raums an der Wohnung und errechnet aus den gesamten Kosten der Wohnung die entsprechenden Kosten für das Arbeitszimmer.

Wenn bei Selbständigen und Freiberuflern das häusliche Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten beruflichen Tätigkeit bildet, dann sind die Kosten sogar über diesen Höchstbetrag hinaus in voller Höhe absetzbar. Allerdings in diesem Fall als Betriebsausgaben, die in der Bilanz oder in der Einnahmen-Überschuss-Rechnung auftauchen. Aber das war leider noch nicht alles, denn das wäre ja viel zu einfach. Zusätzlich muss das Arbeitszimmer durch mindestens eine Tür vom Rest der Wohnung getrennt sein. Ein Vorhang oder Raumteiler reicht dafür nicht aus – das wäre ja noch schöner. Bewohner von 1-Zimmer Wohnungen haben also immer das Nachsehen. Außerdem darf das Finanzamt mit der Steuererklärung auch einen Grundriss des Hauses bzw. des Arbeitszimmers verlangen oder, falls ein solcher nicht vorhanden ist, dieses sogar inspizieren. Weiterhin darf das Arbeitszimmer nur der beruflichen Tätigkeit dienen. Befindet sich darin auch nur der private Telefonanschluss, ist es aus mit dem Absetzen in der Einkommensteuererklärung.

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Sie haben Haustiere und lassen diese z.B. während Ihres Urlaubes betreuen?

Sie haben Haustiere und lassen diese z.B. während Ihres Urlaubes betreuen?

Dann können Sie 20% der Kosten bis maximal 600 Euro pro Jahr in Ihrer Steuererklärung im Mantelbogen auf der Seite 3 unter haushaltsnahe Dienstleistungen geltend machen.

Das Finanzgericht in Düsseldorf hat entschieden, dass Kosten für die Betreuung von Haustieren als haushaltsnahe Dienstleistungen abzugsfähig sind. Das Finanzgericht begründet dies damit, dass der Begriff „haushaltsnahe Dienstleistung“ gesetzlich nicht näher bestimmt ist und die Versorgung von Haustieren im direkten Zusammenhang zum Haushalt des Besitzers steht. Üblicherweise werden Haustiere im Haushalt des Besitzers versorgt, gefüttert und beschäftigt. Der BFH soll in einer Revision diese Rechtslage prüfen.

(FG Düsseldorf, Urteil v. 4.2.2015 – 15 K 1779/14 E; entgegen BMF-Schreiben v. 10.1.2014, BStBl. I 2014, 75).

Identifikationsnummer

Die Steueridentifikationsnummer in der Steuererklärung

Die Steueridentifikationsnummer in der Steuererklärung – wofür und woher bekommt man die denn?

Seit einigen Jahren gibt es auf dem Mantelbogen der Einkommensteuererklärung ein neues Feld zu bestaunen – das für die Steueridentifikationsnummer.

 

Was soll das denn sein?

Reicht die eTin denn noch nicht aus und woher soll man diese ominöse Nummer den überhaupt bekommen, um Sie auf der Steuererklärung einzutragen? Was das Finanzamt aber auch immer alles wissen möchte… . Doch so kompliziert wie es sich anhört, ist der Sachverhalt eigentlich gar nicht. Diese Nummer wird seit einigen Jahren direkt nach der Geburt an jede Person vergeben. Sie soll in den nächsten Jahren dazu beitragen, das Steuersystem in Deutschland wesentlich zu vereinfachen. Bis dahin wird sie aber wohl noch so einiges an Verwirrung stiften.

 

 

Wofür ist nun diese Steueridentifikation auf der Einkommensteuererklärung wirklich gut?

Zunächst einmal ist es wichtig zu wissen, dass einem diese Nummer ein Leben lang erhalten bleibt, egal ob man nun heiratet, sich wieder scheiden lässt oder irgendwo anders in Deutschland hinzieht. Damit unterscheidet Sie sich deutlich von der Steuernummer, die sich bei solchen Ereignissen regelmäßig verändert. Und genau darin liegt der Vorteil der Steueridentifikationsnummer – zumindest vorerst einmal für die Finanzbehörden. Denn durch Sie können Sie einen Steuerpflichten völlig unabhängig von seinem Wohnsitz und seinem Familienstand immer eindeutig identifizieren – wer weiß, wofür das gut ist.

 

Und woher soll man nun beim Ausfüllen der Steuererklärung diese Nummer nehmen, wenn nicht stehlen?

Die einfachste Möglichkeit besteht darin, auf dem Bescheid zur letzten Einkommensteuererklärung nachzusehen, denn da steht sie immer drauf. Hat man noch nie eine Steuererklärung gemacht oder hat den Bescheid verloren, verbrannt oder sonst wie entsorgt, dann wird es etwas komplizierter. Dann nämlich müssen Sie eine Anfrage zur Mitteilung Ihrer Steueridentifikationsnummer an das Bundeszentralamt für Steuern schicken. Das geht entweder per Brief, per E-Mail oder durch das Ausfüllen des entsprechenden Formulars auf der Internetseite der Behörde. In jedem Fall wird die Nummer anschließend ausschließlich schriftlich per Brief mitgeteilt – den man diesmal aufheben sollte, denn da war sicher schon mal einer… . Und mit der Steueridentifikationsnummer klappt es dann auch endlich mit dem kompletten Ausfüllen der Einkommensteuererklärung. Obwohl das Finanzamt eigentlich auch mit der Steuernummer zufrieden ist – wer weiß jedoch wie lange?

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Verspätungszuschläge für Steuertrödler

Verspätungszuschläge – des Fiskus Strafe für Steuertrödler

Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben – und in einigen Fällen auch das Finanzamt. Ein Brief von der Finanzbehörde ist an sich in den meisten Fällen schon nicht erfreulich. Aber wenn man mittels eines Verspätungszuschlags freundlich daran erinnert wird, seine Steuererklärung abzugeben, dann noch viel weniger. Schließlich kann es sich bei einem solchen Zuschlag um einen immensen Betrag handeln, denn ganz nach eigenem Ermessen kann der Finanzbeamte bei verspäteter Abgabe beispielsweise der Einkommensteuererklärung bis zu 10 Prozent der festgesetzten Steuer oder des festgesetzten Messbetrags als Verspätungszuschlag erheben – aber maximal 25.000 Euro, na immerhin.

 

 

Warum hat man nur schon wieder vergessen die Steuererklärung abzugeben?

Oder hat man es vielleicht gar nicht vergessen, sondern sich eher vor der allzu trockenen Arbeit gedrückt. Steuerpflichtige, die zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet sind, sollten diese eigentlich bis zum 31. Mai des Folgejahres einreichen. Tun sie das nicht, reagiert das Finanzamt im mildesten Fall zunächst mit einer Erinnerung an die Abgabe. Danach hagelt es Briefe mit Verspätungszuschlägen – und die werden Sie auch dann nicht mehr los, wenn Sie die Steuererklärung dann doch noch abgeben. Prinzipiell ist der Zuschlag nichts anderes als ein Druckmittel der Finanzbehörde, um Sie zur Abgabe der Steuererklärung zu zwingen. Und dabei noch das mildeste, denn Zwangsgelder könnten Sie im Ernstfall noch viel heftiger treffen.

 

Wie aber kann man die Verhängung eines Verspätungszuschlags verhindern, wenn man bereits vorher merkt, dass man seine Einkommensteuererklärung nicht rechtzeitig abgeben kann?

Dann können Sie eine Fristverlängerung beantragen unter Angabe der Gründe, die Sie daran hindern, Ihre Steuererklärung rechtzeitig einzureichen. Haben Sie zum ersten mal gesündigt, haben einige Finanzbeamte vielleicht sogar ein einsehen und erlassen Ihnen ausnahmsweise den Verspätungszuschlag. Einen rechtlichen Anspruch darauf gibt es aber leider nicht. Und wenn Sie aus wirtschaftlichen Gründen nicht in der Lage sind, den Zuschlag zu entrichten, können Sie einen Antrag auf Erlass stellen. Das kann allerdings nur aus Billigkeitsgründen geschehen, auch wenn Sie unverschuldet in eine Situation geraten sind, die Ihnen die Abgabe der Einkommensteuererklärung unmöglich machten.

TIP: Einen Antrag auf Erlass können Sie übrigens auch dann noch stellen, wenn Sie schon bezahlt haben – und dann heißt es nur noch, auf einen verständnisvollen Finanzbeamten zu hoffen – den es ab und an tatsächlich geben soll.

Kaminfeger, Kamikehrer Steuererklärung

Schwarz sehen oder Schwein gehabt?

Schwarz sehen oder Schwein gehabt? – der Kaminkehrer in der Steuererklärung

Wenn alle Jahre wieder der Schornsteinfeger lustig um die Ecke kommt, um die Heizung und den Kamin zu überprüfen, sehen nicht wenige ob der mittlerweile recht deftigen Gebühren im wahrsten Sinne des Wortes schwarz. Aber vielleicht bringt Ihnen der dunkle Geselle doch mehr Glück als Sie ahnen, denn unter gewissen Umständen können Sie sein Salär nämlich in der Einkommensteuererklärung geltend machen und sich das Geld somit zumindest zu einem Teil von Vater Staat wiederholen.

Doch wo muss er hin, der Schornsteinfeger in der Steuererklärung – natürlich nicht der leibhaftige, sondern eher seine Rechnung. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten. Zunächst einmal für Vermieter, die in der Einkommensteuererklärung natürlich den Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung die Ausgaben für den Unterhalt der Immobilie gegenüberstellen dürfen. Kommt also nun der Schwarze Mann um die Ecke und kassiert Sie ab, dann können Sie das ganze in vollem Umfang in die Steuererklärung einfließen lassen – wäre ja noch schöner, wenn der etwas verdient und Sie nicht. Leider sieht es wieder ganz anders aus, wenn Sie als Besitzer eines selbst genutzten Hauses oder einer Wohnung den Schornsteinfeger in Ihre Steuererklärung zwängen möchten. Denn hier ist der Fiskus leider nicht ganz so großzügig. Aber zumindest einen Teil der Rechnung, nämlich die Lohnkosten, dürfen Sie als Handwerkerleistung von der Steuer absetzen – bis zu einer Höchstgrenze von 1.200 Euro im Jahr. So teuer ist selbst der gierigste Schornsteinfeger nicht. Achten Sie aber auf jeden Fall darauf, dass Lohn- und Materialkosten getrennt auf der Rechnung ausgewiesen sind – sonst wird´s nix mit dem Feger und der Einkommensteuererklärung. Denn nur klar zuzuordnende Posten werden vom Finanzamt in der Steuererklärung akzeptiert – man will es den Steuerpflichtigen ja auch nicht zu leicht machen, sich etwas vom sauer verdienten Geld vom Statt wieder zu holen.

Seien Sie also das nächste Mal nicht ganz so unfreundlich, wenn der Schornsteinfeger kommt und eine Rechnung für Sie hinterlässt – denn am Ende ist er doch nur ein Steuerzahler wie Sie selbst und hat auch ein bisschen Glück verdient, und wenn es nur bei der Einkommensteuererklärung ist.